„AlpenGlut“ – Ideenwerkstatt gibt Impulse für die Zukunft der Alpen
Veränderungen prägen auch Bergregionen und machen vor Grenzen nicht halt. Das Klima wandelt sich, biologische Vielfalt geht verloren und die ländliche Infrastruktur steht unter Druck. Die Frage, wie Regionen trotzdem handlungsfähig bleiben, stand im Fokus der Veranstaltung „AlpenGlut – die Zukunftsschmiede“. Während der dreitägigen Ideenwerkstatt entwickelten engagierte Menschen aus Vorarlberg und dem Prättigau gemeinsam Zukunftsbilder und Projektideen für einen widerstandsfähigen und lebenswerten Alpenraum. Die Partnerorganisationen des Interreg-Projekts GE_NOW hatten zu diesem Anlass eingeladen.
Vom 18. bis 20. Januar 2026 arbeiteten 14 Teilnehmende aus dem Brandnertal, dem Grossen Walsertal, dem Klostertal-Arlberg, dem Montafon, dem Walgau sowie aus der Region Prättigau/Davos im und um das Madlenerhaus im Silvrettagebiet auf fast 2000 Metern Höhe, betreut von Expertinnen der Forschungsgruppe Tourismus und Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Gruppe war bewusst vielfältig – von Tourismus und Technik über Architektur und Organisationsentwicklung bis hin zu engagierten Pensionierten. Die abgelegene, eindrucksvolle Umgebung förderte konzentriertes Arbeiten, Austausch und neue Ideen.
Fünf Themen kristallisierten sich dabei heraus. Es ging um die Stärkung regionaler Kreisläufe, um neue Zugänge, mit denen mehr Menschen für eine langfristig tragfähige Entwicklung gewonnen werden können, sowie um Räume zum Ausprobieren innovativer Ideen und neuer Formen der Zusammenarbeit. Ebenso wurden Ansätze zur Sicherung der Grundversorgung als Basis lebenswerter ländlicher Regionen diskutiert. Ergänzend standen Überlegungen im Raum, wie die Beziehung zur Natur bei Einheimischen wie auch bei Gästen weiter gestärkt werden kann.
Pragmatischer Blick auf Politik und Verantwortung
Die Diskussionen zeigten: Viele Lösungen liegen ausserhalb parteipolitischer Strukturen – nicht aus Verdrossenheit, sondern aus Pragmatismus. In Krisenzeiten braucht es Kontinuität und verlässliche Kooperation. Ebenso deutlich wurde: Verantwortung darf nicht dauerhaft auf Freiwilligkeit beruhen. Ehrenamt bleibt wichtig, hat aber Grenzen. Für echte Umsetzung braucht es Strukturen und Menschen, die vorangehen und sich kümmern.
Ein starkes Element der Ideenwerkstatt war die analoge Begegnung: gemeinsames Arbeiten, Austausch und Lernen. Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden die entstandenen Ideen den hierfür angereisten Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Regionen und gaben wichtige Impulse für die weitere Zusammenarbeit der Regionen nach Abschluss des Projekts GE_NOW. Ziel ist, das entstandene Netzwerk zu verstetigen und die erarbeiteten Ansätze in konkrete nächste Schritte zu überführen.
Zum Interreg-Projekt GE_NOW
Das Interreg-Projekt GE_NOW ist eine Plattform für den grenzüberschreitenden Austausch, die Entwicklung innovativer Ideen und die Auseinandersetzung mit aktuellen Nachhaltigkeitsthemen. Mit dabei sind die benachbarten Talschaften Brandnertal, Grosses Walsertal, Klostertal-Arlberg, Montafon und Walgau in Österreich sowie die Region Prättigau/Davos in der Schweiz. Die Forschungsgruppe Tourismus und Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) betreut das Projekt inhaltlich, organisatorisch geführt wird es von der Regionalentwicklung Vorarlberg. Die Ideenwerkstatt „AlpenGlut“ wird im Rahmen des Interreg Alpenrhein-Bodensee-Programms von der EU kofinanziert und wurde zusätzlich unterstützt von der illwerke vkw AG. Das Projekt GE_NOW wird Mitte 2026 nach drei Jahren wie geplant abgeschlossen.
Weitere Informationen: https://www.regio-v.at/projekte/ge_now/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
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