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Prättigauer Gemeinden entscheiden über neue Tourismusorganisation

Im Auftrag aller Prättigauer Gemeinden soll die Abteilung "Prättigau Marketing" bei der Region das gemeinsame Tourismusmarketing übernehmen und die bisherige Organisation Prättigau Tourismus GmbH ablösen. Sowohl bei der Finanzierung als auch bei den Leistungen würde deutlich abgespeckt. Neu wären aber alle Gemeinden von Seewis bis Klosters dabei. Die Gemeinde Klosters hat der entsprechenden Leistungsvereinbarung bereits zugestimmt, die weiteren Gemeinden stimmen in den kommenden Wochen ab.

Die neue Abteilung "Prättigau Marketing" bei der Region Prättigau / Davos soll ab April 2023 im Auftrag aller Gemeinden im Tal ein Basis-Informationsangebot für Gäste sicherstellen und dafür sorgen, dass die Marke Prättigau präsent bleibt. Für eine Umsetzung ist die Zustimmung jeder Gemeinde zu einer Leistungsvereinbarung mit der Region notwendig. Dafür sind mit Ausnahme von Klosters die Gemeindeversammlungen zuständig, in Schiers findet eine Urnenabstimmung statt.

Bereits definitiv ist der Entscheid in Klosters, wo der Gemeindevorstand sich für den Abschluss der Leistungsvereinbarung ausgesprochen hat. Am kommenden Freitag, 7. Oktober, wird die Schierser Gemeindeversammlung die Vorlage zuhanden der Urnenabstimmung vom 11. Dezember vorberaten. Alle weiteren Gemeinden (Conters, Fideris, Furna, Grüsch, Jenaz, Küblis, Luzein, Seewis) entscheiden laut aktuellem Informationsstand an den Gemeindeversammlungen, die üblicherweise im November oder Anfang Dezember stattfinden.

Alle Gemeinden im Boot

"Prättigau Marketing" soll neu entstehen, weil die 2007 gegründete regionale Tourismusorganisation Prättigau Tourismus GmbH (PT) nach dem Willen der aktuell noch sieben Trägergemeinden per Ende April 2023 den Betrieb einstellt. Zu ungewiss war trotz sehr gutem Leistungsausweis die weitere Finanzierung im bisherigen Umfang durch die Gemeinden, und zudem gab es nach dem Ausstieg des Regionalzentrums Schiers im Sommer 2020 auch eine massgebende Lücke. Bei "Prättigau Marketing" soll nun aber nicht nur Schiers wieder dabei sein. Auch Klosters und Küblis, welche weiterhin zur Destination Davos Klosters gehören, sollen eingebunden werden. Somit wären alle zehn Prättigauer Gemeinden touristisch zum ersten Mal in einer Einheit organisiert.

Im Vergleich mit der Vorgänger-Organisation PT unterscheidet sich "Prättigau Marketing" aber nicht nur durch den Einbezug aller Gemeinden, sondern auch durch deutliche Reduktion der Ausstattung und der Leistungen. PT wurde bis 2020 mit einem jährlichen Gemeindebeitrag von Fr. 500'000 von acht Gemeinden wesentlich finanziert. Neu sollen es für "Prättigau Marketing" noch weniger als die Hälfte sein, nämlich Fr. 240'000 pro Jahr. Damit kann eine Basis-Dienstleistung mit Gästeinformation und Beratung (online und telefonisch) weiterhin angeboten werden, wobei die umfangreiche Website von PT (praettigau.info) als Grundlage weiter gepflegt und betrieben wird. Für den Betrieb der Geschäftsstelle sind 120 Stellenprozente vorgesehen. Die bisherige sehr gute Zusammenarbeit mit der kantonalen Dachorganisation Graubünden Ferien wird fortgesetzt, die Marke "Prättigau" bleibt so weiterhin auf der touristischen Landkarte.

Buchungsplattform könnte bleiben

Weitergehende Leistungen wie Marketing-Kampagnen, Angebots- und Produkteentwicklungen, Drucksachen, Mitwirkung an Anlässen oder Messeauftritte können von "Prättigau Marketing" nur erbracht werden, wenn diese von Gemeinden oder auch Dritten bestellt und zusätzlich finanziert werden (Personal- und Sachkosten). Zu diesem sogenannten Flex-Bereich gehört auch der Betrieb einer Direktbuchungsplattform für Unterkünfte und Angebote auf der Website. Da diese sich nach jahrelanger Aufbauarbeit bei PT durch Gebühren aber mittlerweile selber finanziert und für die Anbieter von grossem Nutzen ist, wird die Weiterführung bei "Prättigau Marketing" beantragt.

Für die Abteilung "Prättigau Marketing" bei der Region sind letztlich die Prättigauer Gemeindepräsidentinnen und –präsidenten verantwortlich, die im August ein Reglement für die Umsetzung in Kraft gesetzt haben. Eine Kommission mit drei bis fünf Mitgliedern sorgt in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle der Region für den Betrieb und die Führung der Angestellten. Solche Aufgabenübertragungen an die Region haben sich im Prättigau für Musikschule, Kulturförderung, Steuerallianz und Abfallbewirtschaftung bewährt.

PT-Geschäftsführer Sutter geht Ende Februar

Der Betrieb der bisherigen Tourismusorganisation PT soll – falls die Gemeinden der neuen Lösung zustimmen – so nahtlos wie möglich und mit den erwähnten Abstrichen durch "Prättigau Marketing" übernommen werden. Auch eine Übernahme von PT-Angestellten wäre erwünscht, um so wenig wie möglich Know-how zu verlieren und Kontinuität zu gewährleisten. Einen eigentlichen Geschäftsleiter mit Schwerpunkt Marketing-Aufgaben gibt es bei "Prättigau Marketing" jedoch nicht mehr. In diesem Zusammenhang ist es sehr bedauerlich, dass der Vertrag mit dem verdienten Geschäftsleiter, Cyprian Sutter, per Ende Februar 2023 aufgelöst werden muss. Er wird sich eine neue Herausforderung suchen.

Der Kostenverteiler für "Prättigau Marketing"

Die Personal- und Sachkosten für den Basisbetrieb der Abteilung "Prättigau Marketing" werden von den Gemeinden finanziert und belaufen sich auf Fr. 240'000. Die Gemeinde Klosters hat sich bereit erklärt, 10 % der Kosten zu übernehmen. Für die weiteren Gemeinden gilt ein Kostenschlüssel, bei dem die Anzahl Betten Hotellerie, die Anzahl Zweitwohnungen und die Einwohnerzahl einbezogen werden:

Gemeinde

Beitrag

 

Conters

Fr. 10’050

Fideris

Fr. 23’213

Furna

Fr. 13’714

Grüsch

Fr. 34’861

Jenaz

Fr. 16’708

Klosters

Fr. 24'000

Küblis

Fr. 17’388

Luzein

Fr. 38’482

Schiers

Fr. 37’341

Seewis

Fr. 24’243


Dokument Medienmitteilung Prättigau Marketing.pdf (pdf, 307.4 kB)


Datum der Neuigkeit 3. Okt. 2022

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