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29.05.2022 13:03:07


Erkenntnisse aus dem Austausch mit Zweitheimischen in Klosters und Davos

Um die Bedürfnisse ihrer Zweitheimischen besser kennenzulernen, haben die Gemeinden Klosters und Davos im letzten halben Jahr Online-Befragungen, Fokusgruppen und Kaminfeuergespräche durchgeführt. Der Austausch hat gezeigt, dass viele Zweitwohnungsbesitzer und Dauermieter bereit sind, einen Beitrag zur Entwicklung der Wohnstandorte zu leisten. Voraussetzung ist, dass entsprechende Vorhaben von den Gemeinden und Einheimischen mitgetragen werden. Der Austausch ist Teil des Modellvorhabens Nachhaltige Raumentwicklung 2020-2024 des Bundes.

Die im Sommer durchgeführten Befragungen haben bestätigt, wie wichtig die Wohnmobilität von Zweitheimischen für die nachhaltige Entwicklung von Wohnstandorten sein kann. Rund ein Drittel der Befragten hat sich in den letzten zwei Jahren mit dem Gedanken getragen, den Wohnsitz nach Klosters oder Davos zu verlegen. Zwei bis drei Prozent schmieden konkrete Pläne.

Die Wohnsitzverlegung ist vor allem für 40- bis 64-Jährige ein Thema. In den Fokusgruppen hat sich gezeigt, dass Aussenstehende viele Fragen zu Wohnsitzverlegungen nur mit erheblichem Aufwand klären können. Das betrifft neben Themen wie Schulen oder Steuern auch langfristige Perspektiven, z.B. zur Gesundheits- und Altersversorgung. Für viele Zweitheimische bedeutet eine Wohnsitzverlegung eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes, nicht die Aufgabe des Erstwohnsitzes. Viele wünschen sich mehr Anerkennung für Lebensentwürfe, die unterschiedliche Wohnstandorte verbinden und die die Gemeinde gemeinsam mit Gästen und Einheimischen vorwärtsbringen können.

Zweitheimische in allen Alterskategorien machen sich Gedanken zur Gemeinde- und Wohnraumentwicklung. Sie wollen, dass sich Klosters und Davos nachhaltig entwickeln, ihre Eigenheiten bewahren und sich als Wohnstandorte klarer positionieren. Rund 40 Prozent können sich vorstellen, einen Betrag an die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum zu leisten: indem sie Bauland oder Wohnungen zur Verfügung stellen, in die Bereitstellung von Wohnraum investieren oder bei der Entwicklung von Projekten und Trägerschaften mitwirken. Die Fokusgruppen haben verdeutlicht, dass Vorhaben von den Gemeinden vorbereitet, von Einheimischen mitgetragen und partnerschaftlich und transparent entwickelt werden müssen. Im Vordergrund stehen gute Projekte, die eine nachhaltige Siedlungsentwicklung ermöglichen, die jeweiligen Gemeindeidentitäten und den Zusammenhalt stärken.

An öffentlichen Informationsveranstaltungen am 15. Dezember in Davos und am 17. Dezember in Klosters stellten die Gemeinden erste Massnahmen vor, die sie aus der Befragung, den Fokusgruppen und den Kaminfeuergesprächen abgeleitet haben.

Die Gemeinde Davos plant die Initiierung einer bewussten Begegnungsmöglichkeit für Einheimische, Zweitheimische und Zuziehende, um den Austausch zu Themen der Gemeindeentwicklung oder zur Mitwirkung in lokalen Vereinen zu fördern. Zudem sollen ein Wohnforum Davos gebildet werden, das die Bereitschaft von Zweitheimischen zur Mitwirkung an der nachhaltigen Wohnraumentwicklung mit den Bedürfnissen von Einheimischen und potenziell Zuziehenden zusammenbringt.

Die Gemeinden Klosters und Davos möchten sich bei allen Zweitheimischen bedanken, die an dieser intensiven, ab und zu auch kontroversen, aber immer sehr konstruktiven Kennenlernrunde teilgenommen haben. Die Gemeindevorstände freuen sich auf die weitere gute und offene Zusammenarbeit.


Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung

Die Befragung und die Veranstaltungen sind Teil des Modellvorhabens Nachhaltige Raumentwicklung 2020-2024, das von acht Bundesämtern, den Ämtern für Raumentwicklung sowie für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden, den Regionen Albula und Prättigau/Davos, dem Parc Ela und der Age-Stiftung unterstützt wird.

Mit der «Wohnraumstrategie für Senioren und andere Neustarter» wollen die Regionen Albula und Prättigau/Davos mit einer kooperativen und partizipativen Gestaltung von Wohn- und Lebensräumen Zuzüge der Generation 55plus fördern, die Verweildauer der Generation 65plus verlängern und Umzüge der Generation 80plus erleichtern.

Die Wohnraumstrategie gehört zum Themenschwerpunkt «Demographischer Wandel: Wohn- und Lebensraum für morgen gestalten» und wird vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) begleitet. Zimraum GmbH und Stratcraft GmbH setzen das Projekt als externe Beauftragte um.

Für die Befragung konnten in Davos 1057 vollständig ausgefüllte Fragebogen ausgewertet werden. Ein Viertel der Teilnehmenden besitzt die Zweitwohnung seit weniger als fünf Jahren, jeder Dritte ist im Pensionsalter, rund jeder Zehnte hat Wohnsitz im Ausland und 15 Prozent sind Mitglied eines lokalen Vereins für Zweitheimische. An den Fokusgruppen haben rund 25 Personen teilgenommen, an den Kaminfeuergesprächen über 50.

Für Klosters wurden 763 vollständig ausgefüllte Fragebogen ausgewertet. Ein Viertel der Teilnehmenden besitzt die Zweitwohnung seit weniger als fünf Jahren, jeder Fünfte hat den Wohnsitz im Ausland, ein Drittel ist im Pensionsalter und 27 Prozent sind Mitglied eines lokalen Vereins für Zweitheimische. An den Fokusgruppen haben rund 20 Personen teilgenommen, an den Kaminfeuergesprächen knapp 50.


Dokumente Medienmitteilung (pdf, 454.6 kB)
Präsentation Infoveranstaltung Davos (pdf, 932.0 kB)
Präsentation Infoveranstaltung Klosters.pdf (pdf, 955.9 kB)
Presentation Info Event Klosters in English (pdf, 853.5 kB)


Datum der Neuigkeit 16. Dez. 2021
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